Mitglieder im Portrait

Magdeburger Netzwerk bürgerschaftliches Engagement

Wie wichtig enge, auch persönliche Kontakte zu Akteur:innen und Entscheidungsträger:innen in Politik und Stadtverwaltung sind, zeigt sich gerade wieder im Kontext der Ukraine-Hilfe besonders deutlich.

Es ist ungleich leichter, in herausfordernden Situationen wahrgenommen, mitgedacht und gefragt zu werden, wenn man auch vorher schon mit seinen Kompetenzen und Möglichkeiten bekannt und sichtbar war.

Ein gutes Beispiel für eine langjährige und etablierte Netzwerkarbeit ist das Magdeburger Arbeitsgruppe „Magdeburger Netzwerk bürgerschaftliches Engagement“, in dem die Freiwilligenagentur Magdeburg aktiv mitwirkt.

Das Netzwerk

Engagementbericht Magdeburg
Engagementbericht Magdeburg
Engagementbericht Magdeburg

  • ist eine träger- und ämterübergreifende Arbeitsgruppe zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements
  • wurde 2004 gegründet, um gemeinschaftlich Projekte von zentraler Bedeutung für die Stadt umzusetzen und hier entstand der Impuls zur Gründung einer Freiwilligenagentur in Magdeburg
  • bildet Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung und der Zivilgesellschaft

Beispiele für die gemeinsame Arbeit sind:

  • jährliche FreiwilligenPass-Verleihung mit Dankeschönveranstaltung im Gesellschaftshaus
  • Magdeburger Engagementmesse
  • Engagementbericht 2021
  • mehrere Engagement-Werkstätten, unter anderem zum Thema „Kriterien für eine gute Einsatzstelle“, die die Basis für das Zertifizierungsverfahren „Freiwillige willkommen !!!“ bildet
  • Mitarbeit im Kuratorium des Adelheid-Preises für soziales Engagement
  • verschiedene Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit (Plakatkampagne „Freiwillige gesucht“)

Die Rolle der Freiwilligenagentur:

Innerhalb des Netzwerkes ist der Grad der Beteiligung an den Prozessen und Projekten natürlich nicht ganz gleich verteilt. Für die meisten Mitglieder nimmt das Thema Bürgerschaftliches Engagement (BE) nur einen kleinen Teil ihres Aufgabenfeldes ein, so dass der Freiwilligenagentur bei vielen Aktivitäten eine besondere Rolle zukommt.

Berichtsbild
Berichtsbild
Berichtsbild
Wenn auch die Freiwilligenagentur, gemeinsam mit der koordinierenden Stabsstelle Jugendhilfe-, Sozial- und Gesundheitsplanung, den größten Anteil an Engagementmesse, FreiwilligenPass, Engagementbericht oder Zertifizierung hat, so ist es doch wichtig, das Netzwerk als Veranstalter und Initiator in den Vordergrund zu rücken. So erhalten alle Vorhaben trägerübergreifende Legitimation und Unterstützung durch Politik und Verwaltung und ungleich größere Aufmerksamkeit als wenn es allein ein Vorhaben der Freiwilligenagentur wäre.

Ein Gütesiegel „Freiwillige willkommen !!!“ mit Stadtlogo und Unterschrift des OB unter der Urkunde besitzt per se größere Strahlkraft als ein Schild mit dem Logo der Freiwilligenagentur. Gleiches gilt für Einladungen der Sozialbeigeordneten zur Engagementmesse. Dass die Freiwilligenagentur einen sehr großen Anteil der Arbeit übernimmt, erkennen alle Beteiligten trotzdem an. Die Sichtbarkeit der Agentur leidet also in keiner Weise, wenn man sich in die Reihe des Netzwerkes stellt.

Was die Netzwerkarbeit so erfolgreich macht …

  • Es gibt konkrete Vorhaben, die gemeinschaftlich geplant und mehr oder weniger gemeinschaftlich realisiert werden. Es geht um konkrete Termine und Aufgaben.
  • Der Fokus liegt klar auf der Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Das Profil wird immer wieder betont und geschärft, auch politisch diskutiert, so dass Aktivitäten nicht „so ganz nebenbei“ von anderen Themen (Beispiel Pflege) vereinnahmt werden. In strittigen Diskussionen wird fachliche Expertise, die oft auch die Freiwilligenagentur einbringt, genutzt.
  • Die Koordination übernimmt die Stabsstelle Jugendhilfe-, Sozial- und Gesundheitsplanung: Einladungen, Protokolle, Erinnerungen an Termine und Arbeitsaufträge. Ohne diese zuverlässige und über Jahre in einer Hand liegende Koordinierungsarbeit wäre das Netzwerk nicht so erfolgreich und vielleicht auch nicht mehr arbeitsfähig.
  • Es existiert ein kollegialer und vertrauensvoller Umgang. Informationen werden gern geteilt. Alle Mitglieder übernehmen Aufgaben entsprechend ihrer Zuständigkeiten und Ressourcen. Da viele Abteilungen der Stadtverwaltung vertreten sind, sind Zugänge zu Entscheidungsträger*innen und Ressourcen (zum Beispiel Räumlichkeiten für große Veranstaltungen) leichter möglich. Den Kontakt zu zivilgesellschaftlichen Trägern in verschiedenen Bereichen übernimmt in der Regel die Freiwilligenagentur.
  • Der Stadtrat wird regelmäßig informiert. Auch der aktuelle Engagement-bericht geht als Drucksache mit entsprechenden Handlungsempfehlungen an die Fraktionen im Stadtparlament. So wird sichergestellt, dass auch bei personellen Veränderungen entsprechende Ressourcen für die Netzwerkarbeit zur Verfügung stehen und Entwicklungen möglich sind.

Insgesamt ist diese Netzwerkarbeit also ein wirklich gutes Beispiel für das Miteinander von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in einem konkreten Themenfeld. Gleichzeitig beleuchten die Erfolgsfaktoren aber auch die Stolperfallen.

Wie in allen anderen Bereichen hängt es oft von der Motivation, den Kompetenzen und vom persönlichem Engagement handelnder Personen ab, ob die Netzwerkarbeit gelingt. In diesem Beispiel passt (bisher) alles.