Dialogforum Bürgerschaftliches Engagement 2026

„Teilhabe im und durch Engagement - Brücken bauen, Barrieren überwinden, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken“
Wie können möglichst viele Menschen Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe finden – und welche Rolle spielt bürgerschaftliches Engagement dabei? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Dialogforum Bürgerschaftliches Engagement 2026 am 26. August in Halle. Rund 100 Akteur:innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um gemeinsam über Hürden, Zugänge und neue Perspektiven auf Teilhabe im und durch Engagement zu diskutieren.
Auftakt mit wichtigen Impulsen aus der Engagementforschung
Den Auftakt im Melanchthonianum der Martin-Luther-Universität bildete die Keynote von Prof.in Dr. Chantal Munsch zum Thema „Zugangschancen ins Engagement in einer ungleichen Gesellschaft“. Als Vorsitzende der Expert:innenkommission zur Erarbeitung des
4. Engagementberichts der Bundesregierung brachte sie zentrale Erkenntnisse aus dieser Arbeit mit nach Halle.
In ihrem Vortrag machte Chantal Munsch eindrücklich sichtbar, wie vielfältig Benachteiligungen wirken können – auch dort, wo sie auf den ersten Blick kaum erkennbar sind. Sie zeigte auf, welche Schwellen bestimmte Gruppen beim Einstieg ins Engagement zu überwinden haben, und welche Möglichkeiten bestehen, diese Zugangshürden abzubauen. Damit setzte sie einen wichtigen Impuls für die anschließenden Diskussionen: Engagement lebt von Offenheit und Beteiligung – und davon, dass möglichst viele Menschen tatsächlich die Chance bekommen, sich einzubringen.
Perspektiven aus Kommune, Verbänden und Engagementpolitik
Im anschließenden Podiumsgespräch wurden die Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven aufgegriffen und auf die Praxis übertragen. Bernward Küper, Landesgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, beleuchtete die kommunale Perspektive. Silke Renk-Lange, Präsidentin des Landessportbundes Sachsen-Anhalt, brachte die Sicht der Verbände ein. Jan Greiner, Geschäftsführer der LAGFA Sachsen-Anhalt, ergänzte den Austausch um die engagementpolitische Perspektive.
So wurde deutlich: Teilhabe gelingt dort besonders gut, wo Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und engagierte Menschen gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Vielfalt an Themen, Perspektiven und Praxisimpulsen
In zwei anschließenden Sessionrunden konnten die Teilnehmenden die Diskussion vertiefen. Unterschiedliche Themenräume boten Raum für fachliche Impulse von Praxisexpert:innen und Einblicke in Modellprojekte.
Dabei zeigte sich die große Bandbreite der Herausforderungen und Chancen: Von den besonderen Bedingungen und Herausforderungen in ländlichen Räumen über Fragen der Inklusion bis hin zu den Themen Einsamkeit und Bildungschancen reichten die Angebote. Die professionell moderierten Sessions boten dabei nicht nur fachlichen Input, sondern vor allem Gelegenheit zum Austausch, zur Vernetzung und zum gemeinsamen Weiterdenken.
Engagementförderung schafft Zugänge
Zum Abschluss stellte sich Staatssekretärin Susi Möbbeck aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung den fachlichen Fragen der Moderation.
Dabei wurde nochmals deutlich, welchen enormen gesellschaftlichen Wert das vielfältige Engagement in Sachsen-Anhalt hat. Zugleich wurde die Bedeutung einer starken Engagementförderung hervorgehoben: Sie kann dazu beitragen, Schwellen und Barrieren im und auf dem Weg ins Engagement abzubauen – und dort, wo dies noch nicht gelingt, Hindernisse sichtbar zu machen und politisch zu thematisieren.
Denn klar ist: Gesellschaftliche Mitwirkung sollte nicht davon abhängen, wie leicht oder schwer jemand Zugang zu Engagement findet. Wer sich einbringen möchte, sollte auch die Möglichkeit dazu bekommen.
Engagementbericht und Keynote zum Nachlesen und Anschauen
Wer sich vertiefend mit den Zugangschancen und Rahmenbedingungen bürgerschaftlichen Engagements beschäftigen möchte, dem sei der 4. Engagementbericht der Bundesregierung empfohlen: Homepage des BMBFSFJ
Auch die Keynote von Prof.in Dr. Chantal Munsch kann als Video nachgeschaut werden: EngagiertGeforscht-Portal der DSEE
Das Dialogforum BE 2026 wurde veranstaltet von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt (LAGFA Sachsen-Anhalt), dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Landessportbund, dem Landesheimatbund sowie der LIGA der freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt.



